Organisationen
Überblick
Manche Aufgaben lassen sich besser und kostengünstiger lösen, wenn dies gemeinschaftlich und koordiniert geschieht. So haben sich auch im Bereich der Informatik seit Jahrzehnten die interessierten Fachleute zur Organisation von Ausbildungskursen, für Erfahrungsaustausch, zur Handelsförderung und für viele weitere gemeinsame Anliegen und Aufgaben in verschiedenen Vereinen und Verbänden zusammengeschlossen. Mit der steigenden Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) für unsere ganze Volkswirtschaft hat in den letzten Jahren vermehrt auch der Staat Koordinationsorgane im ICT-Bereich geschaffen. Dieser ganze bunte Strauss von Informatiknahen Organisationen wird hier nach bestimmten Hauptaufgaben gegliedert. Vorweg werden die staatlichen Organe genannt, dann die Fachverbände und die Wirtschaftsorganisationen, anschliessend weitere, spezialisiertere Organisationen.
Der Staat soll in einem freien Land nur dort eingreifen, wo freiwillige Koordination nicht genügt. Ein wichtiges und aktuelles Beispiel dafür liefert gerade im ICT-Bereich etwa die Deregulierung der Telekommunikationsdienste, zu deren Koordination ein neuen Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) geschaffen werden musste.
Erste Fachverbände entstanden schon vor Jahrzehnten in damals völlig voneinander unabhängigen Tätigkeitsbereichen, einerseits in Hochschulen ("Computerwissenschaften"), anderseits in der kommerziellen Praxis ("Lochkartenfachleute", später "elektronische Datenverarbeitung"). Noch heute sind bei den beiden grössten schweizerischen Informatik-Fachverbänden (SI und Swiss ICT , beide mit je über 2'000 Mitgliedern) diese frühen Wurzeln erkennbar. Ein "Einheitsverband" kam noch nie zustande, hingegen seit 1980 ein gemeinsamer Dachverband (SVI/FSI), der 2004 reorganisiert wurde und einen neuen Namen erhielt: ICTswitzerland. Neben SI und Swiss ICT entstanden noch weitere Fachgruppierungen mit speziellen Ausrichtungen (z.B. nach Sprachregionen, Anwendungsbereichen und Ausbildungswegen). Der Dachverband ICTswitzerland umfasst inzwischen etwa 20 Mitgliedorganisationen (mit insgesamt gegen 10'000 Einzelmitgliedern und etwa 2'000 Firmenmitgliedern), dazu mehrere assoziierte Verbände. Er vertritt diese auch in der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) und international (IFIP).
Etwas anders verlief die Entwicklung im Bereich der Informatik bei den Wirtschaftsorganisationen. In der Frühzeit war das Geschäft mit der Datenverarbeitung gleichbedeutend mit dem Verkauf von Geräten (Lochkartengeräte, Bürotechnik, erste Computer); die entsprechenden Grosshändler organisierten sich im Bürofachverband ("Büfa"). Später entstand eine eigene Organisation der Software-Anbieter ("GES"). 1990 schlossen sich Büfa und GES mit weiteren Verbänden zum SWICO zusammen; dieser vertritt heute die Lieferanteninteressen im Kernbereich der Informatik in der Schweiz. Wichtig in der Informatik sind daher auch die Interessen der Anwender in Industrie, Dienstleistung und Verwaltung. Deren Vertretung wurde und wird seit Jahrzehnten von einzelnen Fachverbänden wahrgenommen, namentlich von SwissICT und GRI.
Neben allgemeinen Fachverbänden und Wirtschaftsorganisationen wurden und werden in der Schweiz immer noch weitere Vereine und Organisationen für spezielle Aufgabenbereiche gegründet, sobald deren Förderung und Koordination entsprechende Bedeutung erlangt.
Dieser Bereich ist in der Schweiz relativ klein, aber stark international ausgerichtet und mit entsprechender Ausstrahlung.
Das schweizerische Berufsbildungsgesetz verlangt ausdrücklich eine Beteiligung der entsprechenden Verbände.
In der Informatik ist es wichtig, Probleme und Lösungen mit Partnern ausdiskutieren zu können, welche die gleichen oder ähnliche Informatikanwendungen und/oder -werkzeuge einsetzen.
Informatik ist ein ausgesprochen internationales Fachgebiet. Daher arbeiten die Schweizer Informatikverbände in internationalen Dachverbänden mit. Auch gibt es direkte Schweizer Mitglieder in international tätigen Fachgesellschaften.
Nicht zu übersehen sind im Informatikbereich verschiedenste Hobby- und Anwenderclubs und weitere Spezialgruppierungen.
Die Vielzahl von Organisationen erschwert den Überblick. Umso wichtiger ist daher die Koordinationsfunktion von ICTswitzerland. Viele der Verbände sind gegenseitig verbunden, teilweise durch Assoziierung, aber auch durch gemeinsame Projekte und Arbeitsgruppen.
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